Geschichte des ÖTB Sechshaus 1866:

 

Der Turnverein Sechshaus wurde am 9. Juni 1866 im damaligen Wiener Vorort Sechshaus von einigen jungen Männern gegründet,welche die Geschicke des Turnvereines, aber auch des Ortes Sechshaus in den nächsten Jahrzehnten prägen sollten. Der Turnverein nahm bald eine gesellschaftlich und auch politisch bedeutende Rolle ein. Unter anderem versuchte der Turnverein Sechshaus gemeinsam mit Brudervereinen, Turnen als Pflichtfach in der Volksschule einzuführen. Freiwillig und unentgeltlich übernahm der Turnverein schon im Jahre 1867 den Turnunterricht in den Volksschulen von Sechshaus.

1878 wird Josef Ullmann, Bürgermeister und später Ehrenbürger von Sechshaus, Obmann des Turnvereines.

Er gilt als der eigentliche Gründer. Nach ihm ist die Ullmannstraße in unserem 15. Bezirk benannt. Er ist nicht der einzige Bürgermeister, der Mitglied unseres Turnvereines war. Auch Karl Walther und Dr. Adolf Friedrich (Karl-Walthergasse und Friedrichsplatz) fanden sich in unseren Reihen ein.

Aufgrund der Verdienste um das Gemeindeleben von Sechshaus hat die Turnergasse ihren Namen von unserem Turnverein bekommen.

Nachdem die Turnplätze für die vielen Turner bald zu klein wurden, gründeten Mitglieder unseres Vereines die heute noch bestehenden Vereine Meidling und Mariahilf.

Im Jahr 1893 wird die Sechshauser Sängerriege gegründet. Ein Gesangsverein, dem nur Mitglieder unseres Turnvereines angehörten. Viele Jahre gestaltete die Sängerriege unsere Feste.

1910 wurde das Frauenturnen, und 1914 das Mädchenturnen eingeführt. Das war damals nicht selbstverständlich. Die Kirche hielt das Frauenturnen nach wie vor für verwerflich.

Im Ersten Weltkrieg wurden 90! Turnbrüder eingezogen. 12 von ihnen kehrten nicht mehr heim. Die Turnerhilfsvereinigung erhielt eine Auszeichnung für ihre aufopfernde Tätigkeit im Dienste der Verwundeten.

1924 erwarb der Verein den Sommerturnplatz neben der Schönbrunner Schloßbrücke, der im Winter auch als Eislaufplatz verwendet wurde.

In den 30iger Jahren brachten die politisch und wirtschaftlich schlechten Zeiten hohe Arbeitslosigkeit. Dadurch hatten dieSechshauser Bürger viel Zeit, die sie auch in den Vereinen verbrachten. Auch unser Turnverein hatte damals den höchsten Stand an Mitgliedern in seiner Geschichte.

Damals wirkten auch bedeutende Männer in unserem Verein, die einer neuen Turnart zum Leben verhalfen, dem sogenannten "angewandten Turnen". Hier wurde im Gegensatz zu den erstarrten "Kunstturnbewegungen" wieder Wert gelegt auf natürliche, körpergerechte Übungen. Aus den "volkstümlichen Übungen" entwickelte sich später die Leichtathletik!

1938 kam es zur Auflösung des Turnvereines. Im Zweiten Weltkrieg starben 16 Turnbrüder.

Erst im Jahre 1953 fanden sich die ehemaligen Mitglieder zur Wiedergründung. Das Vereinsvermögen, der Sommerturnplatz und die alte Traditionsfahne waren aber verloren.

Durch den vollständigen Verlust des beweglichen und unbeweglichen Vereinsinventars, den Tod zahlreicher Turngeschwister im Weltkrieg und die jahrelange Vereinsauflösung fand der Verein nur schwer wieder zur alten Größe zurück.

1966 wurde die Hundertjahrfeier aber bereits wieder mit einem großen Schauturnen und einem festlichen Abend begangen. Der Verein erlebte eine neue Blüte.

Damals machte auch unsere Faustballmannschaft von sich reden. Ebenso waren hervorragende Leichtathleten Mitglieder im Verein.

Hier findest du Fotos aus den Jahren 1973-76.

1996 feierten wir das 130 jährige Bestandsjubiläum gemeinsam mit der 110 Jahr-Feier des Turnvereines Meidling.

Heute ist unser Turnverein der älteste bestehende Verein im 15. Bezirk, und einer der ältesten Vereine in Wien.

Der Turnverein Sechshaus leistet seit über 130 Jahren unentgeltliche und ehrenamtliche Arbeit zum Wohle und für die Gesundheit der Bevölkerung des 15. Bezirkes!